(Abschrift der Archivalie: BA R 121/2876 - Teil 2 - Bundesarchiv Koblenz)
Abteilung Unfallschutz Dörverden, den 30. März 1944
Schae/Si. Tel. 277
U n f a l l - B e r i c h t
Betr. Feindlicher Fliegerangriff Steinlager
Am 29. März um 14.23 Uhr wurde das Gelände Steinlager Dörverden durch feindliche Flugzeuge
mit ca. 60-70 Bomben (Spreng- und Brandbomben) belegt.
Die Beschädigungen waren folgende:
1.) Feuerlöschgeräteschuppen (z.Zt. leer)
Eine Phosphor-Flüssigkeitsbrandbombe schlug durch das Dach in den Fußboden und
explodierte. (Gebäude - Totalschaden)
2.) Kantine:
Lebensmittel- und Bierkantine durch Einschlag zweier Flüssigkeitsbrandbomben total
zerstört; Teilschaden erlitt der daran anschließende Teil der Küche.
Kleinschäden, Fensterscheiben, einige Lampen etc. im großen Eßsaal zerstört.
3.) Auf dem Hauptwege im Gelände nach den Wohneinheiten durchschlugen zwei Spreng-
bomben die Hauptwasserleitung auf ca. 15 lfdm. Länge sowie zwei dazugehörende
Wasserschieber. Ein neben einer Einschlagstelle stehender Mast der Licht- und Kraft-
stromleitung stürzte dabei um, wobei die betr. Leitungen rissen.
4.) Wohneinheit Nr. 33
Eine Flüssigkeitsbombe durchschlug das Dach; Tisch, Stühle und Bank verbrannten,
sowie im danebenliegenden Schlafraum ein Doppelbett ausgebrannt.
5.) Luftschutzbunker zur Einheit 37/38:
erhielt einen Volltreffer. (Totaler Gebäudeschaden)
(Wohneinheit: leichte Schäden.)
6.) Einheit 45/46:
Etwa 3 m hinter der Rückwand Einschlag einer Sprengbombe; Gebäude mußte geräumt
werden, da baufällig. Dazugehöriger Luftschutzbunker zwei Deckendurchschläge.
Schaden: leichter Ausbrand.
7.) Einheit 48:
Durch Volltreffer im dazugehörigen Bunker, der total zerstört ist, Risse im Mauerwerk.
Einheit wurde geräumt.
8.) Ein hinter vorgenannter Einheit liegendes, neues Behelfsheim erhielt beiderseits je einen
Volltreffer. (Total - Gebäudeschaden.) Hierbei ein Toter (Belgier), l Leichtverletzter
(Deutscher).
9.) Einheit 50 (Franzosenunterkunft)
Durch Einschlag einer Sprengbombe vor Gebäude sind mehrere Mauerwerkssprünge
entstanden, sowie Fensterscheiben entzwei.
Teilschaden (Unterkunft nicht geräumt).
1O.) Bunker zu Einheit 59/60:
Volltreffer Sprengbombe an Rückseite. Mauerwerk total gerissen, muß abgebrochen
werden. .
11.) Einheit 65/66 (Flamenunterkunft)
Durch Sprengbombeneinschlag daneben ist 65 baufällig und geräumt,
66 bleibt bewohnt.
12.) Einheit 69/70 (Flamen)
Volltreffer im dazugehörigen Bunker (Total - Gebäudeschaden)
Wohneinheit nur leicht beschädig, bleibt bewohnt.
13.) Einheit 71/72 (Holländer)
Flüssigkeitsbombe durch Decke, Mobilar und Kleidungsstücke größtenteils gerettet
durch schnelles Ausräumen. Dach, Fenster und Türen müssen erneuert werden.
14.) Einheit 74/75 (Ostarbeiter)
Sprengbombe direkt vor Frontseite (Total - Gebäudeschaden)
15.) Einheit 77 (Ostarbeiter)
Volltreffer Flüssigkeitsbombe direkt im Wohnraum (Totaler Gebäudeschaden)
l Toter (Ukrainer)
16.) Einheit 78 (Ostarbeiter)
Beschädigungen der Decke im Waschraum (bleibt bewohnt.)
17.) Kohlenbunker
F1üssigkeitsbombe durch Dach. (Dachbeschädigung)
Die beiden Toten sind:
1.) De M o o r, Raymondt, (Belgier) geb. 27. 11. 03 (Schwere Schädelverletzungen)
2.) K a l a s c h n i k o w, Nikolai, (Ostarbeiter) geb. 10. 1. 04 (Verbrennung)
Schwerverletzt nach Krankenhaus Verden transportiert:
1.) N e k o l o w a, Lenka (Schädelbruch)
2.) J u l l i a r t, Martiel, (Kopf- und Beinverletzung)
3.) C h e m l i k o w, Ivan (Brandwunden)
4.) D i n a r, Jaqueline, (Brandwunden)
Leichtverletzte, im Revier Steinlager:
1.) M a h l e r, Wilhelm, Reichsdeutscher
2.) A d a m, Edmund (Name durchgestrichen)
3.) de M ü l l e r, Johannes
4.) v.d. B i e ß t, Josef
5.) D e n e k o w i t s c h, Ivan
6.) C a n t o n, Vittorie
7.) D u k a m m e l, Maria
8.) J e r e s c h e n k o, Timor
9.) M i l a e w, Georg
1o.) B o r a d i n, Nikolai (Name durchgestrichen)
Verteiler: Unfallschutz.
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