Die Lebensraum-Ideologie
Deutsche Kriegsziele
Die nationalsozialistischen Führer sahen 1941/42 ihre Vorherrschaft in
Europa bereits als gesichert an und begannen mit der "Neuordnung", als
deren Ergebnis ein "Großgermanisches Reich deutscher Nation" die
"Großräume" Europas und Afrika beherrschen sollte. Für die
"germanischen Völker" der Holländer, Flamen und Skandinavier war ein
Anschluss an dieses Reich vorgesehen. Himmler und die SS waren dazu
ausersehen, diese künftigen "Reichsgaue" zu
"germanisieren". Freiwillige dieser Völker, die in der "Germanischen
SS" dienten, legten bereits ihren Eid auf Hitler als germanischen
Führer ab. Die slawischen Völker Osteuropas aber sollten der
Unterwerfung verfallen: Sie galten im Sinne der
nationalsozialistischen Rassenideologie als "Untermenschen", bestimmt
für die Ausbeutung, Verdrängung und physische Vernichtung, während
ihre Gebiete den Germanen, d.h. Deutschland als Lebens- und
Siedlungsraum zufallen sollten. Noch 1944, als die sowjetischen
Truppen bereits die Reichsgrenze erreicht hatten, erklärte Himmler:
"Das ist unverrückbar, daß wir die Volkstumsgrenze um 500 km
herausschieben, daß wir hier (im Osten) siedeln. Es ist unverrückbar,
da wir ein germanisches Reich gründen werden. Es ist unverrückbar, daß
zu den 90 Millionen die 30 Millionen übriger Germanen hinzukommen
werden, so daß wir unsere Blutbasis auf 120 Mio Germanen vermehren. Es
ist unverrückbar, daß wir die Ordnungsmacht auf dem Balkan und sonst
in Europa sein werden, so daß wir dieses ganze Volk wirtschaftlich,
politisch und militärisch ausrichten und ordnen werden. Es ist
unverrückbar, daß wir diesen Siedlungsraum erfüllen, daß wir den
Pflanzgarten germanischen Blutes im Osten errichten, und es ist
unverrückbar, daß wir eine Wehrgrenze weit nach dem Osten
hinausschieben. Denn unsere Enkel und Urenkel hätten den nächsten
Krieg verloren, der sicher kommen wird, sei es in ein oder zwei
Generationen, wenn nicht die Luftwaffe im Osten – sprechen wir es ruhig
aus – am Ural stehen würde."
Hug, Wolfgang: Geschichtliche Weltkunde, Band 3, Diesterweg
Verlag, Frankfurt/Main 1979
Rassenideologie:
Die nationalsozialistische Legitimation für Eroberungspläne durch Krieg
Hitler im Jahre 1930:
"Die nordische Rasse hat ein Recht darauf, die Welt zu beherrschen,
und wir müssen dieses Recht der Rasse zum Leitstern unserer
Außenpolitik machen. Glauben Sie mir, der ganze Nationalsozialismus
wäre nichts wert, wenn er sich auf Deutschland beschränkt und nicht
mindestens 1000 bis 1200 Jahre lang die Herrschaft der hochwertigen
Rasse über die ganze Welt ausübt."
Giordano, Ralph: Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte, Hamburg 1989
Rassenideologie im Nationalsozialismus
Der Nordische Gedanke
... Die Zerstörung der deutschen Volkskraft durch den Weltkrieg
(1914-18), der Ausgang dieses Krieges, die Nachkriegsjahre und die in
all diesen Jahren vor sich gehende Ausmerze wertvoller Erbstämme -
eine Ausmerze, welche schließlich das deutsche Volk leiblich und
seelisch ganz anders zusammengesetzt erscheinen ließ, all diese
Vorgänge und ihre Folgen und das Nachdenken über sie haben wesentlich
dazu beigetragen, im deutschen Volk eine gewisse Kenntnis von, bei
vielen sogar eine tiefere Besinnung auf Vererbung und Auslese,
Rassenkreuzung und Rassenzusammensetzung der Völker zu verbreiten. So
ist es dahin gekommen, daß seit den Nachkriegsjahren, wohl vor allem
seit dem Heranwachsen der Jugend, welche sich einerseits für
Vorkriegszeit, Krieg und Kriegsausgang nicht verantwortlich fühlt,
andererseits nach den Möglichkeiten einer Erneuerung des deutschen
Volkes von Grund auf sucht, eine N o r d i s c h e B e w e g u n g
entstanden ist, welche durch Mehrung des nordischen Einschlags aller
deutschen Stämme, durch Aufnordung des deutschen Volkes, die erbliche
Steigerung dieses Volkes anbahnen möchte.
( ... ) Die Nordische Bewegung im Deutschen Reiche und in Österreich
möchte eine Mehrung nordischer Erbanlagen im deutschen Volk erreichen
durch eine verhältnismäßig höhere Kinderzahl der erblich-gesunden,
vorwiegend nordischen Deutschen aller Stämme und Stände. Sie möchte
also die nordische Rasse in dem dauernd vor sich gehenden
Geburtenwettbewerb der Rassen fortan nicht mehr unterliegen, sondern
schließlich siegen sehen, und möchte so das deutsche Volk von Grund
aus, von den Erbanlagen her, im Lauf der Jahrhunderte so umschaffen,
daß es den starken Kern nordischer Rasse wiedergewinne, der ihm in
seinen schöpferischen Zeiten eigen war. Viele Deutsche sind heute nur
noch "Sprachgermanen", d.h. Spracherben der Germanen, nicht mehr
deren Bluterben. Durch einen "Geburtensieg" der im Rassensinne
"germanischen", d.h. der vorwiegend nordischen Deutschen aller Stände
und Stämme möchte die Nordische Bewegung im deutschen Volk die
Schöpferkraft des frühen Germanentums wiederentdecken.
Günther, Hans: Kleine Rassenkunde des deutschen Volkes, München 1933
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Rassenkunde 1933 in Deutschland
Der Gegensatz zwischen der Nordischen und der Jüdischen Rasse —
mit solchen "Theorien" wurde der Holocaust 1942 möglich.
Die Judenfrage
Im jüdischen Gesamtvolke hat sich seelisch am ehesten die erbliche
Veranlagung der vorderasiatischen Rasse durchgesetzt, jeweils mehr
oder weniger abgewandelt durch die anderen Einschläge, welche das
jüdische Volk kennzeichnen. Diese seelische Artung, entsprechend ihrer
rassischen Eigenart von den Artungen der europäischen Völker, zumal
der nordwesteuropäischen, abweichend, bedingt die heute schon als so
brennend empfundene sog. Judenfrage.
Der Glaubensunterschied zwischen den Juden mosaischen
Glaubensbekenntnisses und den andersgläubigen Völkern, unter denen
diese wohnen, spielt noch da und dort eine Rolle. Im Abendlande schon
lange nicht mehr. Es ist falsch, die sog. Judenfrage als einen
mosaisch-christlichen Gegensatz aufzufassen. Ebenso falsch ist es, die
sog. Judenfrage als eine wirtschaftliche Frage begreifen zu
wollen. Sicherlich sind die Hauptvertreter des übermächtigen
internationalen Leihkapitals Juden und sind die Juden, wie
Steuerlisten zeigen, durchschnittlich viel begüterter als Nichtjuden
des gleichen Staatsgebiets, aber die Judenfrage deckt sich darum noch
keineswegs mit der Frage des Kapitalismus. Es ist der durch
wirtschaftliche Übermacht erreichte seelische Einfluß eines Volkes
außereuropäischer Rassenherkunft, der eigentlich die Judenfrage
geschaffen hat. Die Judenfrage ist eine völker- und rassenkundliche
Frage.
Günther, Hans: Kleine Rassenkunde des deutschen Volkes, München 1933
Hitler löste bekanntlich die in diesem Buch gestellte Judenfrage mit
furchtbaren Folgen für Millionen Menschen jüdischer Herkunft aus
vielen Ländern Europas.
Auschwitz
Vor allem aber richtete sich die Rassenlehre gegen die Juden. Hier
begann im Zweiten Weltkrieg das Entsetzlichste, was je im deutschen
Namen geschehen ist.
Die Juden wurden zusammengetrieben und nach Polen verschleppt, um dort
vernichtet zu werden. Die SS hatte regelrechte Todesfabriken
eingerichtet, die größte bei dem polnischen Dorf Auschwitz. Was in
Auschwitz und anderswo jeden Tag geschehen ist, werden wir alle nie
wirklich begreifen können. Mit kalter, teuflischer Grausamkeit sind
hier Menschen zu Tode gebracht worden.
Warschauer Ghetto
Bewohner des Warschauer Ghettos werden von Angehörigen des Waffen-SS
zusammengetrieben.
Zwangsarbeiter im belorussischen Mogilew (1941)
"Streitkräfte teils schuldhaft verstrickt, teils schuldlos mißbraucht" |